Remote-Arbeit im Wandel: Aktuelle Trends und praktische Tipps

Das hybride Modell als Standard
Reines Homeoffice und fünf Tage im Büro sind eher Extreme. Für kleine Unternehmen ist die Kombination meist am praktikabelsten: ein Teil der Woche zu Hause, ein Teil im Betrieb. Dieses Modell heißt hybrides Arbeiten.
Hybrides Arbeiten funktioniert, wenn vorher klar ist, was wo erledigt wird. Besprechungen, die Einschulung neuer Kolleginnen und Kollegen und das Lösen von Problemen gelingen vor Ort besser. Konzentrierte Arbeit wie Schreiben, Analysen oder Buchhaltung geht zu Hause genauso gut. Eine Einführung in die Formen und Begriffe gibt der Artikel mit einem Einblick in die Remote-Arbeit.
Was das Telearbeitsgesetz vom Arbeitgeber verlangt
Seit 1. Jänner 2025 regelt das Telearbeitsgesetz die regelmäßige Arbeit außerhalb des Betriebs. Es ersetzt die früheren Homeoffice-Regeln und gilt nicht nur für die eigene Wohnung, sondern auch für Coworking-Spaces oder das Kaffeehaus. Für Arbeitgeber ergeben sich daraus vier Pflichten.
Schriftliche Vereinbarung
Telearbeit kann weder angeordnet noch eingefordert werden. Sie setzt eine Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer voraus, die aus Beweisgründen schriftlich sein soll. Darin gehören Ort und Ausmaß der Telearbeit, Arbeitszeit, Erreichbarkeit und der Kostenersatz. Bestehende Homeoffice-Vereinbarungen bleiben gültig, lassen sich aber nicht einseitig auf andere Orte ausweiten.
Digitale Arbeitsmittel
Der Arbeitgeber stellt die für die Telearbeit nötigen digitalen Arbeitsmittel wie Laptop, Software oder Diensthandy bereit. Verwenden Mitarbeiter eigene Geräte, muss ein angemessener Kostenersatz vereinbart werden.
Arbeitszeit aufzeichnen
Die Pflicht zur Arbeitszeitaufzeichnung gilt auch bei Telearbeit. Üblich ist, dass Mitarbeiter ihre Zeiten selbst erfassen und der Betrieb sie regelmäßig kontrolliert.
Unfallschutz
Unfälle während der vereinbarten Telearbeit sind Arbeitsunfälle, sofern sie im Zusammenhang mit der Arbeit stehen. Das setzt wiederum eine gültige Vereinbarung voraus.
Für die Kosten gibt es das Telearbeitspauschale: Der Arbeitgeber kann bis zu 3 Euro pro ausschließlichem Telearbeitstag für höchstens 100 Tage im Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei auszahlen, also maximal 300 Euro. Seit 2025 zählen nur Tage, die am Jahreslohnzettel gemeldet sind. Beispiel: 80 Telearbeitstage ergeben 240 Euro steuerfrei.
Ergebnisse statt Arbeitsstunden
Wer seine Leute nicht am Schreibtisch sieht, muss nicht kontrollieren, ob der grüne Punkt im Chat leuchtet. Unternehmen, bei denen Remote-Arbeit funktioniert, bewerten die abgelieferte Arbeit: eingehaltene Fristen, Qualität und erledigte Aufgaben.
Konkret heißt das: Jeder weiß, was bis wann zu liefern ist. Der Stand der Arbeit ist in einem gemeinsamen Tool sichtbar, ob Trello, Asana oder eine geteilte Tabelle. Die Bewertung nach Ergebnissen ersetzt die Zeitaufzeichnung aber nicht. Beides läuft parallel.
Weniger Meetings, mehr schriftliche Kommunikation
Ein weiterer Trend ist asynchrone Kommunikation. Niemand muss gleichzeitig online sein, weil Aufgaben, Entscheidungen und Abläufe dort stehen, wo alle sie finden. Ein Videocall wird nur für das angesetzt, was sich schriftlich nicht klären lässt.
Der Vorteil zeigt sich besonders im kleinen Team. Jeder arbeitet dann, wenn er sich am besten konzentrieren kann, und neue Kollegen finden selbst heraus, wie die Dinge laufen, statt alles nachzufragen.
Sicherheit außerhalb des Büros
Heim-WLAN, privater Laptop oder das Netz im Kaffeehaus bringen Firmendaten außerhalb des Firmennetzwerks. Die Grundlagen des Schutzes sind einfach: Zwei-Faktor-Authentifizierung, Passwortmanager, regelmäßige Updates, verschlüsselte Festplatte und Backups. Die DSGVO gilt bei Telearbeit uneingeschränkt, der Arbeitgeber bleibt für den Datenschutz verantwortlich.

Tipp
Künstliche Intelligenz als normales Arbeitswerkzeug
KI-Tools fassen heute Besprechungen zusammen, entwerfen E-Mails, übersetzen oder recherchieren. Für ein Team, das nicht in einem Büro sitzt, bedeutet das weniger Abtippen und Weiterreichen von Informationen.
Legen Sie vorher einfache Regeln fest: welche Tools das Team nutzen darf und was nicht hineingehört. Typischerweise sind das personenbezogene Daten von Kunden, Verträge oder interne Zahlen.
Team ohne Grenzen: Angestellte und Freelancer
Remote-Arbeit öffnet den Arbeitsmarkt über Ihre Stadt hinaus. Sie können jemanden in Graz einstellen, auch wenn der Betrieb in Linz sitzt. Viele kleine Unternehmen kombinieren zudem eigene Angestellte mit Freelancern auf Rechnung, etwa für Marketing, Grafik oder Webentwicklung. Wann sich das auszahlt, zeigt der Artikel darüber, wie Freelance-Dienste kleine Unternehmen in Österreich stärken.

Arbeitet ein Freelancer nach Ihren Weisungen, zu festen Arbeitszeiten und eingegliedert in Ihren Betrieb, spricht vieles für ein echtes Dienstverhältnis statt Selbstständigkeit. Dann drohen Nachzahlungen bei Sozialversicherung und Lohnsteuer. Woran Sie den Unterschied erkennen, erklärt der Artikel darüber, ob Freelancing in Österreich wirklich Selbstständigkeit ist.
Haben Mitarbeiter ein Recht auf Telearbeit?
Nein. Telearbeit kann weder vom Arbeitnehmer eingefordert noch vom Arbeitgeber angeordnet werden. Sie setzt immer eine Vereinbarung voraus.
Muss die Telearbeitsvereinbarung schriftlich sein?
Das Gesetz sieht die Schriftform aus Beweisgründen vor. Eine mündliche Vereinbarung ist nicht ungültig, lässt sich aber im Streitfall schwer belegen.
Wie hoch ist das Telearbeitspauschale?
Bis zu 3 Euro pro Telearbeitstag für höchstens 100 Tage im Jahr, also maximal 300 Euro. Nur Tage, die am Lohnzettel ausgewiesen sind, zählen.
Gelten alte Homeoffice-Vereinbarungen noch?
Ja. Wird keine neue Telearbeitsvereinbarung geschlossen, bleibt die bestehende Homeoffice-Vereinbarung unverändert in Kraft.
Muss ich die Arbeitszeit bei Telearbeit aufzeichnen?
Ja. Die Aufzeichnungspflicht gilt unabhängig vom Arbeitsort.


