Bewerbungsgespräch für den Ferialjob: die häufigsten Fragen und passende Antworten

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Bewerbungsgespräch für den Ferialjob: die häufigsten Fragen und passende Antworten
Das erste Bewerbungsgespräch ist vor allem deshalb aufregend, weil Sie nicht wissen, was kommt. Bei Ferialjobs und Nebenjobs für Jugendliche wiederholen sich die Fragen aber, und Sie können sich auf alle vorbereiten. Hier sind die Fragen, die fast sicher kommen, mit Beispielantworten und ein paar Dingen, die Sie vor der Unterschrift klären sollten.

Worauf es dem Personalisten wirklich ankommt

Von einem Jugendlichen erwartet niemand Berufserfahrung. Wer Sie zum Gespräch einlädt, prüft drei Dinge: Kommen Sie pünktlich, bleiben Sie länger als zwei Wochen und kann man mit Ihnen zusammenarbeiten. Jede Frage unten ist eine Variante dieser drei Punkte. Wenn Sie das wissen, wirken die Fragen nicht mehr wie eine Prüfung, sondern wie eine Gelegenheit zu zeigen, dass man sich auf Sie verlassen kann.

Beginnen Sie deshalb nicht damit, Antworten auswendig zu lernen. Notieren Sie drei konkrete Situationen aus Schule, Sport, Verein oder Familie, in denen Sie etwas zu Ende gebracht oder jemandem geholfen haben. Die meisten Fragen unten lassen sich damit beantworten.

Die acht Fragen, die fast immer kommen

1. Erzählen Sie etwas über sich

Niemand will Ihren Lebenslauf ab der Volksschule hören. Drei Sätze reichen: welche Schule Sie besuchen, was Sie interessiert und warum Sie einen Job suchen. Beginnen Sie auf keinen Fall mit „Ich weiß nicht so recht, was ich sagen soll“. Diesen Satz hören Personalisten öfter als jeden anderen.

2. Warum möchten Sie gerade bei uns arbeiten?

Schauen Sie sich vorher die Website des Betriebs an oder gehen Sie als Kunde vorbei. „Ich brauche Geld“ ist ehrlich, aber das weiß ohnehin jeder. Nennen Sie einen konkreten Grund: Sie kaufen dort selbst ein, Sie arbeiten gern mit Menschen, Sie möchten den Umgang mit der Kassa lernen.

3. Welche Erfahrung bringen Sie mit?

Wenn es Ihr erster Job ist, sagen Sie das ohne Entschuldigung und kommen Sie gleich zu dem, was Sie können: Auf Geschwister aufpassen ist Verantwortung, ein Schulfest organisieren ist Planung, im Team Sport betreiben ist Zusammenarbeit. Dasselbe gilt auf dem Papier; prüfen Sie vor dem Versand, wie Sie häufige Fehler im Lebenslauf vermeiden.

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Beispiel

Frage: „Haben Sie schon einmal mit Kunden gearbeitet?“

Schwache Antwort: „Nein, das wäre mein erster Job.“

Bessere Antwort: „Bezahlt noch nicht, aber ich mache seit zwei Jahren die Anmeldung bei den Fußballturnieren meiner Schule. Ich empfange Eltern und Spieler, kläre, wenn jemand nicht auf der Liste steht, und bleibe ruhig, wenn sich eine Schlange bildet.“

4. Was sind Ihre Stärken und Schwächen?

Belegen Sie eine Stärke mit einem Beispiel, sonst bleibt sie ein Wort. Wählen Sie bei der Schwäche etwas Echtes und Kleines und sagen Sie, was Sie dagegen tun. „Ich nehme mir manchmal zu viel auf einmal vor, deshalb trage ich jetzt alles in den Kalender ein“ funktioniert. „Ich bin Perfektionist“ hat der Personalist tausendmal gehört.

5. Wie gehen Sie mit Stress oder Konflikten um?

Hier geht es um Ruhe im Stoßgeschäft. Beschreiben Sie eine konkrete Situation, was Sie getan haben und wie es ausging. Sie muss nicht aus einem Job stammen; ein angespannter Moment im Gruppenprojekt oder in der Mannschaft reicht.

6. Wann können Sie arbeiten und wie oft?

Die praktischste Frage, und oft die entscheidende. Wissen Sie genau, welche Tage und Stunden Sie neben der Schule realistisch schaffen, und sagen Sie es offen. Mehr zu versprechen und dann Schichten abzusagen ist der schnellste Weg, den Job zu verlieren. Denken Sie daran, dass für Sie gesetzliche Grenzen gelten, die kein Arbeitgeber überschreiten darf.

Einen Ferialjob dürfen Sie ab 15 Jahren annehmen, sobald Ihre Schulpflicht erfüllt ist. Die endet nach dem neunten Schuljahr mit Beginn der Sommerferien. Unter 18 Jahren dürfen Sie höchstens 8 Stunden am Tag und 40 Stunden in der Woche arbeiten, zwischen 20 und 6 Uhr gilt ein Arbeitsverbot. Ab viereinhalb Stunden Arbeit steht Ihnen eine halbe Stunde Pause zu, zwischen zwei Arbeitstagen mindestens 12 Stunden Ruhezeit, und Überstunden sind für unter 16-Jährige verboten.

7. Welche Bezahlung stellen Sie sich vor?

Bei Ferialjobs steht der Lohn meist fest, und der Personalist will vor allem wissen, ob Sie ihn kennen und akzeptieren. Erkundigen Sie sich vorher, was vergleichbare Jobs in Ihrer Region zahlen. Einen gesetzlichen Mindestlohn gibt es in Österreich nicht, aber der Kollektivvertrag Ihrer Branche legt fest, wie viel Ihnen mindestens zusteht, meist samt anteiligem Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Gibt es keinen Kollektivvertrag, gilt das ortsübliche Entgelt. Lassen Sie sich nicht mit einem Taschengeld abspeisen.

8. Haben Sie noch Fragen an uns?

Antworten Sie nie mit „nein“. Eigene Fragen zeigen, dass Sie es ernst meinen, und Sie erfahren, worauf Sie sich einlassen.

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Tipp

Drei Fragen, die immer passen: Wie sieht eine normale Schicht aus? Wer arbeitet mich ein und wie lange dauert das? Nach welchem Kollektivvertrag werde ich bezahlt und wann wird ausgezahlt?

Was Sie vor der Zusage klären sollten

Ein Ferialjob ist ein ganz normales, befristetes Arbeitsverhältnis. Der Betrieb muss Sie vor dem ersten Arbeitstag bei der Österreichischen Gesundheitskasse anmelden und Ihnen gleich zu Beginn einen Dienstzettel aushändigen, in dem Lohn, Arbeitszeit und Dauer stehen. Verdienen Sie mehr als die Geringfügigkeitsgrenze von 551,10 Euro im Monat, sind Sie voll versichert; darunter nur unfallversichert. Notieren Sie sich Ihre Arbeitszeiten und Pausen händisch oder am Handy, damit Sie bei Unklarheiten einen Nachweis haben.

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Wer Ihnen Arbeit „schwarz“ ohne Anmeldung anbietet, gibt Ihnen keinen Nachweis über Ihren Lohn und keinen Schutz bei einem Unfall. Ein echter Ferialjob kommt mit ÖGK-Anmeldung, Dienstzettel und Gehaltszettel.

Der Tag vor dem Gespräch

Prüfen Sie Adresse und Uhrzeit und planen Sie zehn Minuten Puffer ein. Nehmen Sie einen ausgedruckten Lebenslauf, Ihren Ausweis und Ihre Fragenliste mit. Saubere, ordentliche Kleidung, die zum Betrieb passt, reicht; der Artikel darüber, was Sie zum Bewerbungsgespräch anziehen, geht ins Detail. Die allgemeinen Grundregeln finden Sie im Beitrag zu den Grundlagen eines Bewerbungsgesprächs.

Noch etwas: Wenn eine Frage Sie überrascht, dürfen Sie kurz nachdenken. Ein paar Sekunden Stille wirken besser als eine schnelle, erfundene Antwort.

Ab wann darf ich in Österreich einen Ferialjob machen?

Ab 15 Jahren, sobald die Schulpflicht erfüllt ist. Sie endet nach dem neunten Schuljahr mit Beginn der Sommerferien. Wer die Schulpflicht noch nicht erfüllt hat, darf nur in engen Ausnahmen arbeiten.

Was, wenn ich keine Erfahrung habe?

Bei einem Ferialjob erwartet das niemand. Erzählen Sie, was Sie in Schule, Sport, Verein oder Familie gemacht haben und was Sie daraus gelernt haben: Verantwortung, Umgang mit Menschen, Zuverlässigkeit.

Wie viele Stunden darf ich unter 18 arbeiten?

Höchstens 8 Stunden am Tag und 40 Stunden in der Woche. Zwischen 20 und 6 Uhr gilt ein Arbeitsverbot, zwischen zwei Arbeitstagen stehen Ihnen mindestens 12 Stunden Ruhezeit zu. Überstunden sind für unter 16-Jährige verboten.

Gibt es einen Mindestlohn für Ferialjobs?

Keinen gesetzlichen, aber der Kollektivvertrag der Branche legt die Mindestbezahlung fest, meist mit anteiligem Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Ohne Kollektivvertrag gilt das ortsübliche Entgelt.

Bin ich beim Ferialjob versichert?

Ja. Der Betrieb muss Sie bei der ÖGK anmelden. Über der Geringfügigkeitsgrenze von 551,10 Euro im Monat sind Sie voll versichert, darunter unfallversichert. Verlangen Sie gleich zu Beginn einen Dienstzettel.

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